Im Zeitraum 2017–2018 wurden mehrere Pilotprojekte mit Solarparks durchgeführt. Daraus wurden viele Erkenntnisse gewonnen. Diese Erkenntnisse sind in dem Abwägungsrahmen für Solarparks (PDF, 4,4 MB)
Was ist der Bewertungsrahmen für Solarparks?
Der Bewertungsrahmen für Solarparks ist ein Dokument, in dem die Bedingungen festgelegt sind, die bei der Errichtung von Solarparks erfüllt werden müssen. Dazu gehören beispielsweise die Auflage, für eine gute Einbindung in die Landschaft zu sorgen, sowie die Forderung, dass Anwohner die Möglichkeit erhalten müssen, finanziell von der Errichtung von Solarparks in ihrer Umgebung zu profitieren.
Der Bewertungsrahmen für Solarparks weist auch die Gebiete in Apeldoorn aus, in denen die Errichtung von Solarparks vielversprechend ist, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Mitbestimmung
Am 16. Januar 2020 hat der Gemeinderat diesen Bewertungsrahmen für Solarparks verabschiedet. Zuvor lag der Entwurf dieses Bewertungsrahmens für Solarparks zur Einsichtnahme vor. Alle Stellungnahmen, die die Gemeinde während dieser Beteiligungsphase erhalten hat, sowie die Stellungnahme der Gemeinde dazu finden Sie in anonymisierter Form im Beteiligungsbericht.
Kernpunkte des Bewertungsrahmens
Das Konzept des Bewertungsrahmens wurde auf der Grundlage der Erfahrungen aus den Pilotprojekten zu Solarparks in den Jahren 2017–2018 entwickelt. Die wichtigsten Punkte des Bewertungsrahmens für Solarparks sind:
Vorrang für Solarmodule auf Dächern und in bebauten Gebieten
Als Gemeinde möchten wir vermeiden, dass unnötig viel Fläche für die Erzeugung von Solarenergie genutzt wird. Solarmodule auf Dächern und in bebauten Gebieten haben Vorrang vor Solarparks in ländlichen Gebieten.
‘Vorrang‘ bedeutet nicht, dass wir zuerst alle Dächer in Apeldoorn mit Solarmodulen bedecken und erst danach Solarparkanlagen errichten. Denn die meisten Dächer befinden sich in Privatbesitz, und die Gemeinde hat hier keine Entscheidungsbefugnis. Es würde dann zu lange dauern, bis genügend nachhaltige Solarenergie erzeugt werden könnte.
Das bedeutet jedoch, dass die Gemeinde Solarpark nur in begrenztem Umfang zulässt, nämlich zur Erzeugung jenes Anteils an Solarenergie, den wir nicht mit Solarmodulen auf Dächern und in bebauten Gebieten erzeugen können. Wir haben berechnet, wie viele Solarmodule in Apeldoorn auf Dächern und in bebauten Gebieten installiert werden könnten. Das reicht nicht aus, um genügend nachhaltige Solarenergie zu erzeugen. Wir brauchen also auch Solarparkanlagen, aber nicht unnötig viele. Die Gemeinde strebt bei der Umsetzung ihrer Politik die richtige Mischung aus Solarmodulen, Solarparkanlagen, Windenergie und anderen erneuerbaren Energiequellen an.
Gute Einbindung in die Landschaft
Der Bewertungsrahmen stellt auch Anforderungen an eine gute Einbindung in die Landschaft. Er geht von drei Arten von Gestaltungsregeln für Solarparks aus:
- Vorschriften für die Gestaltung des Solarparks selbst
- Vorschriften für die Einbindung in die unmittelbare Umgebung
- Vorschriften für die Einbindung in die umgebende Landschaft
Diese Gestaltungsrichtlinien unterscheiden sich je nach den verschiedenen Landschaftstypen, die wir in Apeldoorn vorfinden, wie beispielsweise die Landschaft rund um Kampen, die Landschaft der Landgüter, Wald und Heide usw. Gleichzeitig bleibt die Planung auch eine individuelle Angelegenheit: Der Initiator (Errichter eines Solarparks) muss im Dialog mit den Anwohnern und der Gemeinde seine Pläne an die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Standorts anpassen.
Beteiligung und Teilhabe der Anwohner
Die Gemeinde erwartet von den Initiatoren, dass sie bereits in einem frühen Stadium den Dialog mit den Anwohnern suchen. Die Anwohner müssen mitreden können und auch die Möglichkeit erhalten, finanziell von Solarparkprojekten zu profitieren, wenn sie dies wünschen. Bevor ein Solarpark gebaut werden kann, müssen die Initiatoren gegenüber dem Gemeinderat darlegen, wie sie die Kommunikation und Beteiligung der Anwohner organisiert haben und welche Ergebnisse dies gebracht hat.