Auch wenn wir uns unterscheiden

In Apeldoorn müssen wir uns meiner Meinung nach nicht einig sein. Meinungsverschiedenheiten und der Austausch darüber gehören zu einer offenen Gesellschaft dazu. Die Frage ist, wie wir damit umgehen. Bleiben wir einander zuhören, auch wenn wir uns nicht überzeugen können?

Diese Frage ist aktuell. Sie haben es sicher mitbekommen: Die vorübergehende Notunterkunft für Asylsuchende und Personen mit Aufenthaltsstatus an der Waleweingaarde in Apeldoorn sorgt für viel Aufsehen. Manchmal sieht das unschön aus, manchmal hingegen sehr vernünftig und höflich. Es gibt Demonstrationen, Gespräche auf der Straße, Online-Diskussionen und viele Fragen. Wie dem auch sei: Dieses Thema bewegt die Menschen im Stadtteil und in der Stadt.

Wir neigen von Natur aus dazu, in die Richtung zu schauen, aus der das lauteste Geräusch kommt. Ich halte es für wichtig, den Einwohnern von Apeldoorn, die sich weniger zu Wort melden, bewusst Aufmerksamkeit zu schenken. Menschen im Stadtteil De Maten, die sich Sorgen machen, aber nicht auf die Barrikaden gehen. Die darüber nachdenken, was die Einrichtung dieser Unterkunft für den Alltag in der Nachbarschaft oder die Zukunft des Stadtteils bedeutet. Diese Stimme verdient Gehör.

Genau deshalb finde ich es wichtig, dass ich auch im Stadtteil präsent und ansprechbar bin. Bei Versammlungen, am Küchentisch. Nicht, um alle Sorgen wegzunehmen oder alle dazu zu bringen, gleich zu denken. Sondern um das Gespräch zu führen. Um zu erklären, was gerade vor sich geht, was beschlossen wurde und was nicht, und vor allem, um zu erfahren, was die Bewohner im Zusammenhang mit dieser vorübergehenden Notunterkunft beschäftigt.

Die Art und Weise, wie wir dieses Gespräch führen, bestimmt mit darüber, wie du dich als Anwohner fühlst. Und genau darum geht es mir. Schließlich bleiben wir Nachbarn, Mitbürger und Einwohner derselben Gemeinde. Und letztendlich haben wir alle denselben Wunsch: ein angenehmes und sicheres Viertel, in dem sich die Menschen zu Hause fühlen und aufeinander achten.

Apeldoorn ist mehr als nur dieses eine Thema. Was auch immer gerade passiert, wir gehen gemeinsam weiter. Für mich beginnt das Zusammenleben daher mit etwas Einfachem, aber Wichtigem: einander weiterhin zu sehen und miteinander zu reden. Auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind.

Ton Heerts. Foto: Robin Fotografie

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