“Für eine Demonstration braucht man keine Genehmigung, das ist einfach erlaubt. Wir möchten jedoch, dass Sie sich vorher kurz bei der Gemeinde anmelden. Denn die Demonstration muss sicher und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen stattfinden. Darüber treffen wir gemeinsam klare Vereinbarungen.”
“Bürgermeister dürfen eine Demonstration verbieten. Dafür muss es wirklich sehr triftige Gründe geben. Diese betreffen die Verkehrssicherheit, die öffentliche Ordnung und die Gesundheit. Nur wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass einer dieser drei Bereiche gefährdet ist, können Demonstrationen verboten werden. Grundsätzlich sind sie jedoch immer erlaubt, es sei denn, es besteht ein wirklich zu großes Risiko.”
“Manchmal gibt es Anzeichen dafür, dass es schiefgehen könnte. Selbst dann prüfe ich zunächst – gemeinsam mit den Veranstaltern und der Polizei –, ob es Möglichkeiten gibt, wie dennoch sicher demonstriert werden kann. Denn wir sprechen hier schließlich von einem Grundrecht. Diese Rechte gibt es nicht ohne Grund: Sie sind die Grundlage unserer Demokratie und unseres Rechtsstaats. Es ist meine Pflicht, ihnen zu dienen und sie zu schützen.”
“Ich habe bisher eine Demonstration verboten. Dabei handelte es sich um eine Demonstration gegen den Islam vor einer Moschee. In den sozialen Medien war im Vorfeld dazu aufgerufen worden, den Koran zu vernichten. So etwas ist für Gläubige äußerst beleidigend. Unter Berufung auf die Befürchtung von ‘Unruhen’ – wie es offiziell heißt – habe ich die Demonstration damals in letzter Minute verboten.”
“Auch während der Corona-Pandemie haben wir in Apeldoorn eine Reihe großer Demonstrationen genehmigt. Das war manchmal ziemlich spannend, aber sie sind alle reibungslos verlaufen. Darauf bin ich stolz. Denn darum geht es in einer Demokratie: den Standpunkten aller Raum zu geben, auch wenn man ihnen nicht zustimmt.”