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Renaturierung von Bächen und Quellen

Die Renaturierung der Bäche wird gemeinsam mit anderen Partnern in Angriff genommen. So besteht eine strukturelle Zusammenarbeit mit dem Wasserverband „Vallei en Veluwe“. Der Wasserverband und die Gemeinde sind gemeinsame Auftraggeber und investieren auch gemeinsam in die Renaturierung der vierzehn Bäche.

Wir sanieren folgende Bäche und Quellen:

* Weitere Informationen zu den anderen Bächen und Quellen finden Sie in unserem Webarchiv. Stellen Sie das Datum auf den 01.07.2022 ein und geben Sie in die Suchleiste unter dem Kalender ein: „Beken und Sprengen“.

Was ist ein Bach?

Ein Bach ist im Grunde ein kleiner Fluss, der auf natürliche Weise entstanden ist. Er entspringt an einer Quelle, an der Grundwasser von selbst an die Oberfläche tritt. Sich schlängelnd bahnt sich der Bach seinen Weg in tiefer gelegene Gebiete.

De beek in Kerschoten is een bijzondere beek in het bekensysteem van de Grift. Al van oudsher heeft deze beek een ontwaterende functie in de wijk. Het is één beek die bestaat uit zes deelgebieden, met ieder een eigen functie en uitwerking.
Der Bach in Kerschoten ist ein besonderer Bach im Einzugsgebiet der Grift. Seit jeher erfüllt dieser Bach eine Entwässerungsfunktion im Stadtteil. Es handelt sich um einen einzigen Bach, der aus sechs Teilabschnitten besteht, von denen jeder seine eigene Funktion und Wirkung hat.
De Orderbeek is tussen het winkelcentrum Orden en de spoorlijn bij de Jachtlaan weer bovengronds aangelegd.
Der Orderbeek verläuft zwischen dem Einkaufszentrum Orden und der Bahnlinie bei der Jachtlaan wieder oberirdisch.

Was ist ein „Spreng“?

Ein ‘Spreng’, „Sprang“ oder „Sprengebeek“ ist ein von Menschen gegrabener oder umgeleiteter Bach. Die Quellen wurden so angelegt, dass sie unter Druck stehendes Grundwasser an die Oberfläche bringen. In der Region Veluwe hat das Wort „Spreng“ eine besondere Bedeutung. „Spreng“ bezeichnen wir hier eine gegrabene Quelle oder einen Quellkopf. Ein „Sprengebeek“ ist somit ein gegrabener Bach, der vor allem zum Antrieb von Wassermühlen, zur Papierherstellung und/oder zur Wasserversorgung von Wäschereien genutzt wurde. Manchmal wurden die Bäche künstlich im Verhältnis zum Talboden „umgeleitet“. Indem man so weit wie möglich den Höhenlinien folgte und somit die Talflanken suchte, blieb an der Stelle der Wassermühle ein möglichst großes Gefälle erhalten. In Apeldoorn gibt es vor allem Sprengebäche.

De Driehuizerspreng ligt gedeeltelijk ondergronds. De spreng ligt in de omgeving van de Prins Willem Alexanderlaan (PWA-laan) met de westelijke sprengkop bij de Nevenlandsehof en de zuidelijke sprengkoppen nabij de Blekersweg.
Der Driehuizerspreng verläuft teilweise unterirdisch. Er befindet sich in der Nähe der Prins Willem Alexanderlaan (PWA-Laan), wobei sich der westliche Auslauf am Nevenlandsehof und die südlichen Ausläufe in der Nähe des Blekersweg befinden.
In het bos is de Eendrachtspreng opnieuw aangelegd met een pad ernaast. Het beekwater bevat ijzer en is rood van kleur. Daarom zijn vroeger door de papierindustrie cascades (trapjes) aangebracht. Als het water over de cascades loopt slaat het ijzer neer door een zuurstofverbinding en wordt het water helder.
Im Wald wurde der Eendrachtspreng neu angelegt, mit einem Weg daneben. Das Bachwasser enthält Eisen und hat eine rote Färbung. Aus diesem Grund wurden früher von der Papierindustrie Kaskaden (Stufen) angelegt. Wenn das Wasser über die Kaskaden fließt, fällt das Eisen durch eine Verbindung mit Sauerstoff aus und das Wasser wird klar.

Warum reparieren?

Die Bäche und Quellen werden saniert und verbreitert, um:

  • Platz für abgeleitetes Regenwasser bieten
  • Platz für überschüssiges Grundwasser bieten
  • die Natur und das Bachsystem zu fördern
  • die Freizeitgestaltung entlang der Bäche fördern
  • ein Stück Kulturgeschichte wieder zum Leben zu erwecken

Sehen Sie sich die Karte des Sanierungsprogramms an (PDF, 1,37 MB)

Platz für abgeleitetes Regenwasser schaffen

Apeldoorn ist der Ort mit den höchsten Niederschlagsmengen in den Niederlanden. Aufgrund des Klimawandels fallen die Niederschläge zunehmend in heftigen Spitzen. Extreme Beispiele hierfür: Am 3. Juli 2009 fielen in Apeldoorn 115 mm Niederschlag in 1,5 Stunden, und am 28. August 2010 gab es erneut heftige Niederschläge. Gleichzeitig fließt das Regenwasser nicht mehr über Fallrohre in die Kanalisation. Diese Rohre werden abgekoppelt, und das Wasser wird so weit wie möglich auf dem eigenen Grundstück versickert. Das verbleibende Wasser fließt in Wadis in den Bachgebieten oder in die Bäche selbst. Ein Wadi ist eine Senke, in der sich das Regenwasser sammelt und in den Boden versickert. Auf diese Weise wird nachhaltig mit Regenwasser umgegangen. Spitzen werden aufgefangen. Zudem gelangt weniger Regenwasser in die flussabwärts gelegenen Gebiete im IJsseltal, da das Regenwasser so weit wie möglich im eigenen Gebiet zurückgehalten und in begrenztem Umfang verzögert abgeleitet wird. Auf der Ostseite des Kanals wird Regenwasser in den Teichen aufgefangen. Auf der Westseite geschieht dies so weit wie möglich in den Bachzonen. So wurden beispielsweise Wasserrückhaltebecken, Tümpel und Wadis in Zonen neben dem Ugchelsebeek, dem Beek im Orderveen, dem Eendrachtspreng und dem Koningsbeek angelegt.

Platz für überschüssiges Grundwasser schaffen

Unter dem Einfluss des Klimawandels schwankt der Grundwasserspiegel, und an bestimmten Stellen in Apeldoorn steigt das Grundwasser an. Der Grundwasserspiegel ist in den letzten Jahren bereits durch Maßnahmen gegen Austrocknung und durch eine Verringerung der Entnahmen, insbesondere für industrielle Zwecke, gestiegen. Dies verursacht nun an einigen Stellen bereits Probleme. Die Bäche und Bachläufe werden saniert, um das überschüssige Grundwasser abzuleiten und es beispielsweise für die Naturentwicklung zu nutzen. Anstatt es einfach – und kostspielig – abzupumpen, gehen wir so intelligent wie möglich mit dem Grundwasser um. Zunächst nutzen wir es – wo immer möglich – für nachhaltige Energie, zum Beispiel zur Wärme- und Kältespeicherung. Anschließend wird das Wasser in die Bäche geleitet, die es weiterführen. Das saubere Wasser ist wichtig für die Naturentwicklung und für das Erlebnis der Einwohner und Besucher von Apeldoorn. Schließlich wird ein Teil des Grift-Wassers zur Versickerung genutzt, um die Trinkwasserversorgung auszugleichen. Da beispielsweise der Orderbeek renaturiert wurde, ist das Grundwasserproblem am Zanderijweg nachhaltig gelöst. Auch der Grundwasserspiegel rund um die Pieter-de-Hooch-Allee lässt sich durch die Renaturierung des Rodebeek besser regulieren.

Die Natur und das Bachsystem fördern

Biodiversität und Systemwiederherstellung sind wichtige Themen bei der Renaturierung von Bächen. Mit „System“ meinen wir in diesem Fall ein zusammenhängendes Ganzes aus verschiedenen Bächen. In Apeldoorn ist das Griftsystem das wichtigste. Es trägt diesen Namen, weil alle Bäche in die Grift münden. Daneben gibt es die Kanalbäche, die in den Apeldoorns-Kanal münden.

Wenn die Bäche von Ugchelen, Apeldoorn und Epe wieder gut miteinander verbunden sind, entsteht ein größerer Lebensraum für Tiere, die in Bächen leben. Dadurch sind diese Arten weniger gefährdet.

Das Ziel ist es, dass das Wasser in den Bächen wieder oberirdisch fließt. So können überall Fische schwimmen. Wir legen neue Bäche an und sanieren bestehende. Dabei sorgen wir für Fischtreppen und einen guten Boden. Ein offener Boden an der Quelle, wo Sickerwasser die Bäche speisen kann. Ein Lehmgrund, um das fließende Wasser im Bach zu halten. Wo ein Betonboden notwendig ist, füllen wir den Bach mit einer Unterlage aus feinem Kies und Sand auf. Manchmal fügen wir Geröll hinzu, um unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten zu erzeugen. So entsteht mehr Abwechslung.

Im Bach pflanzen wir nichts an. Neue Bepflanzung entsteht spontan, anfangs vor allem an Stellen mit geringer Strömung. Dadurch entsteht ein besserer Lebensraum für seltene Tierarten wie den Bachneunauge. Auch andere Tiere profitieren davon, wie zum Beispiel Bachmolche und Stichlinge. Wo immer möglich, arbeiten wir mit natürlichen Ufern oder mit Uferbefestigungen aus natürlichen Materialien.

Freiwillige der Fischschutzgruppe „De Prik“ haben im Januar 2024 den Fischbestand in Abschnitten der Grift in und um die Innenstadt untersucht. Die Ergebnisse sind sehr gut: In den neuen Bächen kommen bereits jetzt viele Fische und zahlreiche verschiedene Arten vor. Die Bäche leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. So wurde zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren wieder ein Flusskaper in den Apeldoornser Bächen gesichtet! Sehen Sie sich den Beitrag von „Binnenstebuiten“ an über die Renaturierung von Bächen in Apeldoorn.

Neben den Bächen legen wir Bachzonen an. Diese bestehen meist aus einem Rad- und Fußweg sowie Grünflächen wie Bäumen und blütenreicher Vegetation. Mehrere besondere Arten nutzen die Bachzonen, darunter der Eisvogel, der Silberreiher und die große Gelbe Bachstelze.

Die Provinz Gelderland hat für jeden Bach Naturschutzziele festgelegt. Im Rahmen der Bachprojekte arbeiten wir an deren Umsetzung. Dabei geht es um:

  • HEN-Bäche – das sind Bäche mit einem hohen ökologischen Ziel
  • SED-Bäche, das sind Bäche mit einem bestimmten ökologischen Ziel
  • EVZ’s, de Grift ist eine ökologische Verbindungszone.

Wie wir das machen und wie wir dies mit anderen Zielen verbinden, erfahren Sie unter ‘Mit dem Strom schwimmen’, das Bildband zur Renaturierung von Bächen 2009 der Gemeinde Apeldoorn und des Wasserverbands „Vallei en Veluwe“.

Die Freizeitgestaltung entlang der Bäche fördern

Für Spaziergänger ist die Anlage von Wegen entlang der Bäche ein echtes Vergnügen. Die Wege verbinden die verschiedenen Stadtteile untereinander sowie die Stadt mit dem Umland. Die Bachgebiete stärken zudem die grüne Identität von Apeldoorn. So werden die Bäche an einigen Stellen Teil größerer Erholungsgebiete. Beispiele hierfür sind: die Grift im Catharina-Amalia-Park und die Kayersbeek im Zuiderpark.

Ein Stück Kulturgeschichte zurückholen

Die Bäche waren für die räumliche Entwicklung von Apeldoorn von großer Bedeutung. Entlang der Bäche befanden sich viele Betriebe, vor allem Wäschereien oder Papiermühlen. In der Stadt werden sowohl die zum Grift-System gehörenden Bäche (bei ausreichendem Wasserstand einschließlich des Badhuisspreng) als auch die Kanalbäche wiederhergestellt. Die Bäche werden ungefähr an ihrer ursprünglichen Stelle angelegt. Dadurch wird ein Stück Geschichte wieder zum Leben erweckt.

Organisation der Renaturierung von Bächen

Die Renaturierung der Bäche wird gemeinsam mit anderen Partnern in Angriff genommen. So besteht eine strukturelle Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Veluwe. Wasserverband und Gemeinde sind gemeinsame Auftraggeber und investieren auch gemeinsam in die Renaturierung der vierzehn Bäche. Vertreter beider Organisationen sind Teil des Bach-Teams, das eingerichtet wurde, um die Ziele und die Qualität der Renaturierung zu überwachen.

Für die Umsetzung jedes Bachabschnitts übernimmt eine Projektgruppe die Vorbereitungen. Die Projektgruppe setzt sich aus Fachleuten verschiedener Disziplinen des Wasserverbands und der Gemeinde zusammen. Die Projektgruppe erstellt den Entwurf. Dabei findet eine Abstimmung mit einer Beratungsgruppe statt, in der Dorf- und Stadtteilräte, die Bachstiftung, Natur- und Umweltorganisationen sowie gelegentlich auch Unternehmen vertreten sind. Außerdem wird ein Informationsabend für Interessierte organisiert.
Anschließend wird der Entwurf endgültig festgelegt und in einer Leistungsbeschreibung ausgearbeitet. Danach erfolgt die Ausschreibung, und das Projekt wird von einem Bauunternehmer ausgeführt. Nach der Fertigstellung wird der Bach vom Wasserverband und die Umgebung von der Gemeinde verwaltet.

An einigen Projekten sind auch andere Partner beteiligt. So leistet das Ministerium für Infrastruktur und Umwelt einen Beitrag zur Renaturierung des Eendrachtspreng. Die Provinz Gelderland beteiligt sich an den Abschnitten der Grift, die Teil des Regionalvertrags sind. Auch Marktteilnehmer investieren in die Renaturierung von Bächen, wie beispielsweise bei Sparta Luce und dem Einkaufszentrum von Orden.

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