Vier Jahre

Stell dir mal vor, das würde dir passieren.

Du hast dein Leben im Griff: Familie, Arbeit, Zuhause, Verwandte, Freunde.

Und plötzlich ändert sich alles.

Dein Land wird angegriffen. Söhne, Brüder und Ehemänner werden Soldaten. Lebensmittel werden knapp. Dein Einkommen fällt weg. In weiten Teilen des Landes ist es durch Bombenangriffe lebensgefährlich geworden. In der Stadt gibt es keinen Strom, keine Heizung, kein Licht. Alles wird ungewiss.

Millionen Ukrainer befinden sich in dieser Lage. Von denen, die in ihrem Heimatland geblieben sind, leben die meisten in Angst, Kälte und Armut.

Diejenigen, die in ein anderes Land gegangen sind, sind jedenfalls in Sicherheit. Aber auch ihre Situation ist nicht beneidenswert. Meistens haben sie Arbeit und eine Unterkunft. Soweit, so gut. Doch oft leben sie in beengten Unterkünften, unter spartanischen Bedingungen, mit wenig Privatsphäre, mit Sorgen um die Zurückgebliebenen und mit Heimweh. Und mit den daraus resultierenden Spannungen und psychischen Problemen.

Das gilt auch für Apeldoorn. Wir setzen uns wirklich dafür ein, diese Menschen gut unterzubringen, aber geeignete Räumlichkeiten sind nicht gerade leicht zu finden. Schon gar nicht für eine längerfristige Unterbringung. Und auch hier kommt es gelegentlich zu Zwischenfällen, Konflikten und Fehlverhalten. So wie überall, wo Menschen unter hohem Druck zusammenleben müssen.

Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Es wird über Frieden gesprochen, aber bislang gibt es wenig Grund zum Optimismus. Man fühlt sich so machtlos.

Was wir jedoch tun können: weiterhin Verständnis zeigen. Eine freundliche Hand auf die Schulter. Praktische Hilfe. Und ab und zu die Frage: “Kommst du einigermaßen zurecht, mein ukrainischer Nachbar/meine ukrainische Nachbarin/mein ukrainischer Klassenkamerad/meine ukrainische Klassenkameradin/mein ukrainischer Kollege/meine ukrainische Kollegin? Lust auf eine Tasse Kaffee?”

Genauso wie wir es auch bei anderen tun.

Ton Heerts

Ton Heerts. Foto: Robin Fotografie

Lesen Sie auch die anderen Kolumnen

Bürgermeister Ton Heerts schreibt regelmäßig eine Kolumne. Lesen Sie mit?

Kolumnen des Bürgermeisters

Kontakt

Bürgermeister Ton Heerts hat keine festen Sprechstunden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 14 055 an seine Sekretärin. Gespräche mit dem Bürgermeister finden grundsätzlich im Rathaus statt.

Rufen Sie unter 14 055 an oder füllen Sie das
Kontaktformular in