Der Eisvogel: ein pfeilschneller Jäger
Der Eisvogel ist ein kleiner, pfeilschneller Vogel, der sich gerne in der Nähe von Gewässern aufhält. Der kleine Vogel ist ein ausgezeichneter Jäger und ernährt sich meist von kleinen Fischen, die er aus fließendem Wasser fischt. Oft hört man den Eisvogel schon, bevor man ihn sieht. Er fliegt meist laut rufend über das Wasser.
Der Eisvogel fischt gerne in fließendem, klarem Wasser. Eisvögel schätzen es, wenn sich am Ufer Bäume oder Sträucher befinden, die sie als Ausgangspunkt nutzen. Von dort aus jagen sie über das Wasser. Die Grift, die hier in der Nähe verläuft, ist daher ein hervorragender Ort für diesen blau-orangefarbenen kleinen Vogel.
Der Eisvogel verdankt seinen Namen nicht den Wintermonaten, sondern seiner Farbe. Das Stahlblau – oder „Eisenblau“ auf Deutsch – bildet einen wunderschönen Kontrast zum Orange.
Die Haselnuss: eine wunderschöne Erscheinung
Entlang der Ufer des Kanals stehen an verschiedenen Stellen Haselnusssträucher. Ihre Wurzeln greifen fest in den feuchten Boden und halten das Ufer zusammen. Zwischen ihren Blättern schwirren Libellen, die sich kurz von ihrem Flug über dem Wasser ausruhen. In ihren Zweigen finden Vögel Schutz und einen sicheren Ort, während Eichhörnchen und Wasserratten die reifen Haselnüsse sammeln. Ein Teil dieser Nüsse bleibt im weichen Uferboden liegen und wächst zu neuen Sträuchern heran, die dazu beitragen, das Wasser zurückzuhalten.
Unter der Erde arbeitet der Haselnussstrauch mit Pilzen zusammen, die ihm helfen, Nährstoffe aus dem feuchten Boden aufzunehmen. So sorgt er dafür, dass das Leben am Ufer gesund bleibt und in Bewegung ist. Der Haselnussstrauch steht nicht einfach nur so da: Er ist ein stiller Beschützer des Wassers und eine Nahrungsquelle sowie ein Unterschlupf für alles, was am Ufer lebt.
Wassersauerampfer: klein, aber sehr wertvoll
Am Ufer des Kanals wächst der Wasserkresse, eine unscheinbare Pflanze, die viel mehr leistet, als man auf den ersten Blick sieht. Ihre Wurzeln halten den feuchten Uferboden zusammen – genau an den Stellen, an denen das Wasser sonst am Rand nagen würde.
Die kleinen Blüten ziehen Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge an, wodurch die Pflanze zur Bestäubung anderer Arten entlang des Kanals beiträgt. Zwischen den Blättern und Stängeln finden Insekten und kleine Wassertiere Unterschlupf, während Enten und Gänse gerne die jungen Blätter fressen.
Wenn die Samen reif sind, treiben einige mit der Strömung mit und lassen sich weiter flussabwärts nieder. Auf diese Weise verbreitet sich die Wasser-Sauerampfer von selbst und sorgt dafür, dass das Ufer lebendig und stabil bleibt. Klein, aber unverzichtbar – so wächst die Wasser-Sauerampfer am Kanal.
Der Rotaugenbarsch: mehr als nur ein wunderschönes Erscheinungsbild
Im Apeldoorns-Kanal, wo das Sonnenlicht zwischen den Wasserpflanzen spielt und Libellen über der Wasseroberfläche tanzen, lebt ein Fisch, der oft übersehen wird: der Schilfbrasse. Mit seinen glänzenden goldenen Schuppen und leuchtend roten Flossen wirkt er wie ein Juwel im Wasser. Neben dieser Schönheit spielt der Schilfrohrbarsch auch eine wichtige Rolle im Ökosystem.
Der Rotaugenbarsch ist ein Pflanzenfresser und Allesfresser, der sich von Wasserpflanzen, Algen und manchmal auch kleinen Insekten ernährt. Durch diese Ernährungsgewohnheiten trägt er dazu bei, Algenblüten einzudämmen und das Wasser klar zu halten. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da zu viele Algen zu Sauerstoffmangel und zum Ersticken anderer Wasserorganismen führen können.
Darüber hinaus ist der Schilfrohr-Rotaugen ein Glied in der Nahrungskette. Er ist eine wichtige Beute für Raubfische wie z. B.Nuk sowie für Barsche, aber auch für Vögel wie Reiher und Haubentaucher. Ohne den Schilfbrassen hätten diese Raubtiere weniger Nahrung, was das gesamte Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen würde.
Seine Vorliebe für Gewässer mit vielen Wasserpflanzen und Algen macht ihn zu einem Indikator für gesunde Gewässer. Wo Schilfbarben schwimmen, gibt es oft ein artenreiches Ökosystem mit Wasserpflanzen, Insekten und Amphibien. Zudem trägt er zur Verbreitung von Samen von Wasserpflanzen bei, indem er diese frisst und später wieder ausscheidet.
Der Schilfrohfisch ist also kein König wie der Hecht, sondern eher ein Hüter des Gleichgewichts. Er sorgt für klares Wasser, dient Raubfischen als Nahrung und fördert die Artenvielfalt. Ein Ökosystem ohne Schilfrohfisch wäre ärmer, trüber und weniger stabil.
Die Fledermaus: der nächtliche Jäger
Wenn die Sonne untergeht und sich die Wasseroberfläche in einen Spiegel der Nacht verwandelt, erwachen die stillen Jäger zum Leben: die Fledermäuse. In den Niederlanden kommen 18 Fledermausarten vor, in Apeldoorn wurden bisher 12 Arten beobachtet. Die am häufigsten vorkommende Art ist die Gemeine Zwergfledermaus – ihr könnt ihr nachts überall in der Stadt begegnen! Auch hier entlang des Kanals.
Entlang des Kanals kommt auch eine Fledermausart vor, die etwas seltener ist: die Wasserfledermaus. Mit ihren anmutigen Flügeln gleitet sie tief über Flüsse, Gräben und Teiche, hauchdünn über dem Wasser. Ihre Aufgabe? Insekten zu fangen, die über dem Wasser tanzen.
Die Wasserfledermaus ist ein Spezialist. Sie jagt vor allem Mücken, Schwebemücken und andere kleine Insekten, die sich in der Nähe von Gewässern aufhalten. Das macht sie zu einem natürlichen Schädlingsbekämpfer: Eine Fledermaus kann pro Nacht Hunderte bis zu Tausenden von Insekten fressen. Ohne sie wären die Mückenpopulationen viel größer, was nicht nur für den Menschen lästig ist, sondern auch Auswirkungen auf die Ausbreitung von Krankheiten und das Gleichgewicht im Ökosystem hat.
Doch ihre Rolle geht noch weiter. Durch die Regulierung der Insektenpopulationen trägt die Wasserfledermaus (und andere Fledermausarten) dazu bei, das Gleichgewicht der Nahrungsketten aufrechtzuerhalten. Zudem dient sie selbst als Beute für Eulen und andere Raubtiere und bildet somit ein wichtiges Glied im Ökosystem.
Das Vorkommen von Wasserfledermäusen ist ebenfalls ein Indikator für gesunde Gewässer. Sie benötigen sauberes Wasser mit ausreichend Insekten sowie sichere Orte zum Ausruhen und Überwintern. Wo Wasserfledermäuse fliegen, ist das Ökosystem in der Regel reichhaltig und gut im Gleichgewicht. Und es gibt noch einen weiteren, subtilen Beitrag: Ihr Kot (Guano) ist reich an Nährstoffen und trägt zur Bodenfruchtbarkeit in ihrem Lebensraum bei. So kehrt das, was sie aus dem Wasser holen, indirekt wieder an das Land zurück.
Für die Wasserfledermaus ist die Dunkelheit wichtig, genau wie für alle Fledermäuse. Beleuchtung stört ihren Lebensraum, und deshalb versuchen wir zunehmend, öffentliche Beleuchtung nur dort anzubringen, wo sie notwendig ist, und das Licht dabei ausschließlich nach unten strahlen zu lassen. Dunkelheit ist für viele Arten von Bedeutung.