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Zusammenfassung des Integrierten Pflegeabkommens (IZA)

Für die Bürger muss die Gesundheitsversorgung auch in Zukunft bezahlbar und zugänglich bleiben. Das Integrierte Gesundheitsabkommen (IZA) enthält daher Vereinbarungen, die für die gesamten Niederlande gelten.

Das Gesundheitswesen steht unter Druck

Gute Gesundheitsversorgung, die jedem offensteht. Und eine Gesundheitsversorgung, die bezahlbar ist. Das ist uns in den Niederlanden wichtig. Für uns selbst, für unsere Familie und Freunde und für die gesamte Gesellschaft. Aber es wird immer schwieriger, diese Versorgung weiterhin zu gewährleisten. Wenn wir nichts unternehmen, wird es schiefgehen. Für eine gute Gesundheitsversorgung, jetzt und in Zukunft, müssen wir also gemeinsam an die Arbeit gehen. Das müssen wir gemeinsam tun: der Gesundheitssektor, die Politik und eigentlich jeder in den Niederlanden.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen verstehen ihr Handwerk, sind gut ausgebildet und motiviert. Sie gehen ihrer Arbeit mit großem Engagement für den Patienten oder Klienten nach. Doch die Arbeitsbelastung ist oft zu hoch, um dies auf Dauer durchhalten zu können. Das wurde während der Corona-Krise noch einmal besonders deutlich. Die Mitarbeiter haben mit viel Verwaltungsaufwand zu kämpfen. Außerdem empfinden sie oft wenig Freiraum in ihrer täglichen Arbeit. Die hohe Arbeitsbelastung führt dazu, dass viele Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen. Oder sie suchen sich einen anderen Job. Dadurch steigt die Arbeitsbelastung noch weiter an.

Eine gute, zugängliche und bezahlbare Gesundheitsversorgung erfordert daher Maßnahmen. Die Regierung, die Kommunen, die Gesundheitsdienstleister, die Krankenkassen, die Beschäftigten im Gesundheitswesen und die Patientenorganisationen haben daher Vereinbarungen getroffen. Diese Vereinbarungen sind im „Integraal Zorgakkoord“ festgehalten.

Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht gleichberechtigt

Die Nachfrage nach Pflege steigt weiter an. Wir leben länger, und daher gibt es im Verhältnis zur Zahl der Erwerbstätigen immer mehr ältere Menschen. Es gibt immer mehr teure Behandlungsmöglichkeiten. Viele Krankheiten, an denen man früher starb, kann man heute überleben. Oft jedoch nur mit Hilfe zahlreicher Medikamente und umfangreicher Pflege.

Bereits jetzt herrscht Personalmangel im Gesundheitswesen. Dieser Mangel ist fast überall zu beobachten: bei Hausärzten, Fachärzten in den Krankenhäusern und in der psychischen Gesundheitsversorgung. Die Folge: lange Wartelisten. Auch in der ambulanten Pflege und in den Notaufnahmen der Krankenhäuser herrscht Überlastung. Auch die Kommunen stehen vor großen Herausforderungen. Sie müssen dafür sorgen, dass schutzbedürftige Menschen Hilfe erhalten. Doch auch dort herrscht Personalmangel. Dadurch erhalten die Menschen nicht immer rechtzeitig die Versorgung, die sie benötigen.

Zudem ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung nicht für alle gleich. Selbst im wohlhabenden Niederlande spielt es immer noch eine Rolle, wo man geboren wurde und wo man wohnt. Menschen mit geringem Einkommen, geringer Bildung oder Menschen mit einer (geistigen) Behinderung sind oft mit mehreren Problemen konfrontiert. Sie kennen sich in der Welt des Gesundheitswesens nicht immer aus. Gesundheit und Lebensqualität sind daher ungleich verteilt. Menschen mit geringem Einkommen und geringer Bildung leben im Durchschnitt auch kürzer.

Die Qualität der Gesundheitsversorgung steht unter Druck

Das Gesundheitswesen in den Niederlanden ist von hoher Qualität. Darauf dürfen wir stolz sein. Die Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sind engagiert, motiviert und sehr gut ausgebildet. Dennoch stellen wir fest, dass andere Länder in unserer Umgebung bei bestimmten Krankheiten wirklich besser abschneiden als wir. Und wir können nicht immer nachweisen, dass die von uns geleistete Gesundheitsversorgung auch sinnvoll ist. Das ist nicht gut für den Patienten.

Nicht alle Probleme erfordern eine medizinische Lösung. Manchmal ist beispielsweise Hilfe durch Sozialarbeit besser als ein Arztbesuch oder Medikamente. Zum Beispiel, wenn es um Einsamkeit oder Armut geht. Um dies zu gewährleisten, ist eine bessere Zusammenarbeit erforderlich. Das geschieht nicht von selbst; Ärzte, Gemeindekrankenschwestern und Kommunen benötigen Gesetze und Systeme, die ihnen dabei helfen. Es ist ein Wandel erforderlich: weg von der ‘Fürsorge für Menschen’ hin zur ‘Fürsorge mit Menschen’.

Bleibt die Gesundheitsversorgung bezahlbar?

Wenn wir nicht handeln, werden wir im Jahr 2060 dreimal so viel für das Gesundheitswesen ausgeben wie heute. Das geht nicht – und das wollen wir auch nicht. Schließlich müssen wir als Gesellschaft auch noch Geld für andere wichtige Bereiche wie Klimaschutz, Wohnen, Sicherheit und Bildung ausgeben. In den kommenden Jahren werden wir zwar weiterhin mehr Geld für das Gesundheitswesen ausgeben. Das ist notwendig, da die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen weiter wächst. Das liegt zum Beispiel daran, dass es immer mehr ältere Menschen gibt. Auch neue, teure Behandlungen und Medikamente, beispielsweise bei der Krebsbehandlung, kosten mehr Geld. Die Ausgaben steigen also weiter an, aber dieser Anstieg muss langsamer verlaufen als derzeit.

Derzeit arbeitet jeder sechste Arbeitnehmer in den Niederlanden im Gesundheitswesen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, müsste im Jahr 2040 jeder vierte Arbeitnehmer im Gesundheitswesen arbeiten. Das ist weder wünschenswert noch realisierbar. Denn wir wollen eine bezahlbare Gesundheitsversorgung. Außerdem können nicht so viele Menschen mehr im Gesundheitswesen arbeiten. Denn auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise bei der Polizei oder im Bildungswesen, werden Arbeitskräfte benötigt.

Was machen wir?

  • Jeder muss die Versorgung erhalten können, die er benötigt. Diese Versorgung muss weiterhin von guter Qualität sein. Wir berücksichtigen die Unterschiede zwischen den Menschen.
  • Großer Fokus auf Gesundheit und Wohlbefinden, damit die Menschen so gesund wie möglich sind und bleiben. Wir wollen verhindern, dass Menschen krank werden oder sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Das bedeutet, dass wir den Menschen helfen müssen, einen gesunden Lebensstil zu führen, und dass sie gut für sich selbst sorgen können. Wenn Menschen weniger rauchen, weniger Alkohol trinken und weniger übergewichtig sind, haben sie oft weniger Beschwerden und Krankheiten. Kommunen und andere nichtmedizinische Organisationen spielen dabei eine wichtige Rolle. Nicht alle Gesundheitsanliegen erfordern eine medizinische Lösung. Medizinische Versorgung kann eine Lösung sein, aber auch Hilfe bei Armut, Unterstützung durch Gleichgesinnte, mehr Bewegung oder eine Kombination daraus. Die uns zur Verfügung stehenden Kapazitäten so gut wie möglich einsetzen. Ohne Verschwendung von Zeit, Energie und Geld.
  • Sicherstellen, dass Menschen weiterhin im Gesundheitswesen arbeiten. Das bedeutet, für Freude an der Arbeit, ein sicheres Arbeitsumfeld sowie die körperliche und geistige Gesundheit der Mitarbeiter zu sorgen. Und weniger Verwaltungsaufwand. Wir wollen auf der Grundlage von Vertrauen statt Misstrauen arbeiten. Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind, müssen den Freiraum haben, ihren Beruf auszuüben.
  • Der Austausch von Informationen als unverzichtbare Voraussetzung für eine gute und sichere Versorgung.
  • Innovationen im Gesundheitswesen, die sich bewährt haben, werden wir flächendeckend einführen. Und wir werden Maßnahmen im Gesundheitswesen einstellen, die nicht (mehr) funktionieren.
  • Digitale Gesundheitsversorgung. Dank neuer Technologien können wir das (knappe) Pflegepersonal besser einsetzen.
  • Wir setzen auf eine Gesundheitsversorgung, die so wenig negative Auswirkungen wie möglich auf das Klima, die Umwelt und die Welt, in der wir leben, hat. Das erfordert eine grüne und klimaneutrale Gesundheitsversorgung. Wir gehen sparsam mit Rohstoffen um und verwenden Materialien, wo immer möglich, wieder.

Im „Integraal Zorgakkoord“ haben die Unterzeichner Vereinbarungen zu diesen Themen getroffen. Der Schwerpunkt liegt auf der kurativen Versorgung, also der Versorgung, die darauf abzielt, Menschen gesund zu machen. Wir beziehen aber beispielsweise auch die Langzeitpflege, die Gemeinden und die Sozialarbeit mit ein.

Wir wollen eine angemessene Versorgung und Unterstützung für alle. Das bedeutet Folgendes: :

  • Eine angemessene Versorgung ist nachweislich das Beste für den Patienten. Personal, Geld und Material werden sinnvoll eingesetzt.
  • Eine angemessene Versorgung findet gemeinsam mit dem Patienten und in seinem Umfeld statt.
  • Passende Versorgung bedeutet die richtige Versorgung am richtigen Ort.
  • Bei einer angemessenen Gesundheitsversorgung geht es um Gesundheit statt um Krankheit.
  • Eine angemessene Pflege wird in einem angenehmen Arbeitsumfeld geleistet.

Die Entscheidung für eine bedarfsgerechte Versorgung erfordert tiefgreifende Veränderungen. Diese Veränderungen lassen sich nicht innerhalb weniger Jahre umsetzen. Aber wir müssen zügig handeln und beginnen daher schon heute. Die Veränderungen erfordern politische Entscheidungen und klare Vereinbarungen. Diese Vereinbarungen haben die Unterzeichner in einem konkreten Arbeitsplan festgehalten.

Das sind die Punkte der Tagesordnung:

  1. Angemessene Versorgung

Für eine angemessene Gesundheitsversorgung ist ein echter Wandel erforderlich. Daran werden wir gemeinsam intensiv arbeiten. Bei diesem Wandel geht es unter anderem darum, was von der Krankenversicherung erstattet wird und was nicht. Es geht auch darum, die Qualität der Versorgung zu verbessern: Wir wollen nur Behandlungen anbieten, die auch wirklich wirken. Es geht außerdem darum, dass sowohl Gesundheitsdienstleister als auch Patienten ständig dazulernen und sich weiterentwickeln. Und es geht um klare Informationen für den Patienten. Damit dieser sich für den Gesundheitsdienstleister und die Behandlung entscheiden kann, die am besten zu ihm oder ihr passt.

  1. Regionale Zusammenarbeit

Für eine bedarfsgerechte Versorgung müssen wir in der Region zusammenarbeiten: die richtige Versorgung am richtigen Ort. Regionale Akteure erarbeiten Pläne, in denen genau festgelegt ist, wie wir das umsetzen werden – angepasst an die Region und die Bedürfnisse der Patienten. Wir vereinbaren dabei, über unsere eigenen Interessen hinauszublicken. Wir waren bereits auf dem Weg, die Gesundheitsversorgung zu bündeln. Wenn möglich in der Nähe des Wohnorts, doch für komplexe, spezialisierte Behandlungen müssen Patienten möglicherweise ein Krankenhaus aufsuchen, das etwas weiter entfernt liegt. Diese Entwicklung wird sich noch schneller vollziehen.

Außerdem möchten wir in der Notfallversorgung besser zusammenarbeiten. So treffen wir beispielsweise Vereinbarungen über eine gute und jederzeit verfügbare Versorgung am Abend, in der Nacht und an den Wochenenden.

  1. Ausbau der wohnortnahen Gesundheitsversorgung

Die Menschen werden älter und leben länger zu Hause, wobei oft komplexe Pflegebedürfnisse bestehen. Dies stellt hohe Anforderungen an die wohnortnahe Pflege, beispielsweise an den Hausarzt, den Physiotherapeuten oder die ambulante Pflege.

Schutzbedürftige Patienten haben oft mit mehreren Gesundheitsdienstleistern zu tun. Mit den Vereinbarungen zur wohnortnahen Versorgung wollen wir erreichen, dass Hausärzte mehr Zeit für jeden Patienten haben. Außerdem arbeiten wir an einer besseren Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern im Stadtteil. Und wir werden die Online-Versorgung einfacher und besser gestalten. So verbessern wir die Versorgung der Patienten und machen die Arbeit der Gesundheitsdienstleister einfacher und angenehmer.

  1. Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Hausärzten und der psychischen Gesundheitsversorgung (GGZ)

Da immer mehr Menschen Hilfe bei psychischen Beschwerden benötigen, stehen die psychische Gesundheitsversorgung, die Hausärzte und die Gemeinden unter großem Druck. Aufgrund der Wartelisten in der psychischen Gesundheitsversorgung sind Hausärzte lange Zeit für Menschen mit komplexen psychischen Problemen zuständig. Menschen mit komplexen Problemen müssen oft zu lange auf die richtige Versorgung warten. Dies erfordert eine andere Organisation der Hilfe: wohnortnah, schnell, digital und, wo möglich, über Selbsthilfemodule.

Damit die Menschen schneller die richtige Versorgung und Unterstützung erhalten und die Wartelisten kürzer werden.

  1. Gesundes Leben und Prävention

Bei der Gesundheit geht es darum, dass man sich körperlich und geistig wohlfühlt. Und dass man am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Ein gesunder Lebensstil muss Teil unseres Alltags werden. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber wir wollen verhindern, dass Menschen krank werden oder sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Unterstützung kommt dabei in erster Linie aus dem öffentlichen oder sozialen Bereich. Präventionsmaßnahmen, die aus dem Krankenversicherungsgesetz finanziert werden, kommen vor allem kranken Menschen oder Menschen mit einem erhöhten Krankheitsrisiko zugute.

  1. Arbeitsmarkt und Unterstützung für Beschäftigte im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen muss ein attraktiver Sektor sein, in dem man gerne arbeitet und auch gerne weiterarbeitet. Im Gesundheitswesen arbeiten engagierte Mitarbeiter, aber die Arbeitszufriedenheit muss verbessert werden. Sie kümmern sich um uns alle. Wir wollen uns im Gegenzug gut um sie kümmern. Deshalb wollen wir den Verwaltungsaufwand reduzieren. Wir wollen die Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter verbessern. Außerdem möchten wir, dass sie mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung der Politik haben und mehr Zeit und Raum für Fortbildungen erhalten. Und mehr Zeit für die Patienten. Darüber hinaus muss die Arbeit als Angestellter attraktiver werden.

  1. Digitalisierung und Datenaustausch

Der Datenaustausch ist notwendig, um die Ziele des „Integraal Zorgakkoord“ zu erreichen. Und um eine gute und sichere Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Der elektronische Datenaustausch ist der Standard im Gesundheitswesen. Alle Einwohner der Niederlande werden im Jahr 2025 über eine persönliche Gesundheitsplattform digitalen Zugriff auf ihre eigenen Gesundheitsdaten haben. Dabei achten wir auf den Schutz der Privatsphäre und den Datenschutz.

Eine bedarfsgerechte Versorgung ist zunehmend eine Mischung aus digitalen Lösungen und persönlichen Besuchen bei einem Gesundheitsdienstleister. Dabei gelten folgende Grundsätze: selbst, wenn möglich; zu Hause, wenn möglich; und digital, wenn möglich.

  1. Vertragsabschluss

Der Wettbewerb sorgt dafür, dass die Krankenkassen die besten Verträge mit den Leistungserbringern abschließen und dabei besonders auf den Preis achten. Das wird auch so bleiben. Wir werden uns jedoch den Prozess und die Anreize im Zusammenhang mit dem Abschluss der Verträge genauer ansehen. Und eine angemessene Versorgung erfordert manchmal gleichberechtigtere Verträge.

Die Krankenkassen werden den Einkauf geeigneter Gesundheitsleistungen genauer unter die Lupe nehmen.

Für alle

Mit den Vereinbarungen, die wir in dieser Vereinbarung treffen, arbeiten wir gemeinsam an der Zukunft des Gesundheitswesens in den Niederlanden. Wir sind uns bewusst, dass wir alle Kräfte bündeln müssen. Wir tun dies für all die Millionen (zukünftiger) Nutzer und Fachkräfte im Gesundheitswesen in den Niederlanden. Also für alle. Mit dieser Vereinbarung verpflichten sich die Parteien, sich in den kommenden Jahren voll und ganz dafür einzusetzen.

Informationen über unsere Region

Die Niederlande sind in IZA-Regionen unterteilt. Die Gemeinde Apeldoorn gehört zur IZA-Region Apeldoorn/Zutphen. Diese Region umfasst die Gemeinden Apeldoorn, Brummen, Epe, Hattem, Heerde, Lochem und Zutphen. Hinzu kommen Einwohner, Patienten, Klienten, Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Krankenversicherer Zilveren Kruis. Gemeinsam arbeiten wir an einer gesunden Gesellschaft mit zugänglicher und bezahlbarer Gesundheitsversorgung. Auf der Website unserer Region sind die Schritte, die wir gemeinsam unternehmen.