Verwaltungssekretariat
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An: Abteilungsleiterin BMO Anne Klerks T: 06-28314935
E: adviesraadsociaaldomein@apeldoorn.nl
Datum: 15. März 2022
CC:
Unsere Kennnummer: ASDA 2022-01
Betreff: Informationsschreiben „Integriertes Arbeiten im Jugendbereich – eine Aufgabe für alle“.
Sehr geehrte Frau Klerks,
Am 4. November 2021 hat der Beirat für den Sozialbereich der Gemeinde Apeldoorn eine Themenveranstaltung zum integrierten Arbeiten im Jugendbereich organisiert. Mit diesem Schreiben möchten wir Sie – auch im Namen aller Anwesenden – auf einige Punkte zu diesem Thema aufmerksam machen. Obwohl sich dieser Bericht auf die Situation Ende 2021 bezieht, blicken wir auch in die Zukunft. Wir werden kurz auf die Möglichkeiten eingehen, integriertes Arbeiten zu fördern und den Bürgern (noch) besser zu helfen.
Wir sehen und hören immer wieder, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz im Jugendbereich ist. Kindern und Jugendlichen kann besser geholfen werden, wenn (1) ein kohärenter Ansatz in den verschiedenen Lebensbereichen verfolgt wird, mit denen sie zu kämpfen haben, und (2) das soziale Netzwerk, Einrichtungen, Fachkräfte und Behörden gut zusammenarbeiten. Gleichzeitig ist die Umsetzung eines integrierten Ansatzes eine schwierige Aufgabe, für die es bislang keine einfache oder vorgefertigte Lösung gibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass nichts geschieht. In Apeldoorn setzen sich verschiedene Akteure für die Umsetzung eines ganzheitlichen Ansatzes im Jugendbereich ein. Ein Beispiel dafür ist die Absicht, beim CJG eine ganzheitliche Triage zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei oft darauf, was auf organisatorischer Ebene geschehen muss, um mehr Kohärenz in der Planung und im Angebot zu schaffen (Abbau bürokratischer Abschottung: Abstimmung von Prozessen, Arbeitsweisen und Fachwissen), anstatt die Perspektive des Kunden/Bürgers in den Mittelpunkt zu stellen. Die Verlagerung des Fokus auf die Perspektive des Bürgers erfordert nicht nur einen Mentalitätswandel bei den Fachkräften, sondern auch bei den politischen Entscheidungsträgern. Das kostet Zeit und erfordert einen langen Atem.
In der Gemeinde Apeldoorn wurde in den letzten Jahren intensiv daran gearbeitet, Verbindungen zu knüpfen und das Netzwerk auszubauen. Im Mittelpunkt standen dabei der Austausch und die Vernetzung zwischen Organisationen (Politik) und Fachkräften (Umsetzung). Mit dieser Zusammenarbeit wird versucht, sich gegenseitig zu stärken und ein passendes Angebot zu schaffen, das den Jugendlichen und ihren Erziehungsberechtigten zugutekommt. Gleichzeitig zeigt sich, dass der Aufbau und die Stärkung von Netzwerkverbindungen schwierig sind und dass Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit dieser Verbindungen bestehen. In diesem Zusammenhang wird unter anderem auf die Fluktuation bei den Fachkräften, die zu große Anzahl von Anbietern und den Mangel an Übersicht über die Partner hingewiesen.
Die Gemeinde Apeldoorn erkennt die Bedeutung des integrierten Arbeitens an und unterstützt dessen Umsetzung. So stellt die Gemeinde in ihrem jüngsten Rahmenpapier zur gesellschaftlichen Entwicklung fest, dass das integrierte Arbeiten im Jugendbereich eine wichtige Säule für die kommenden Jahre darstellt. Gemäß den Grundsätzen des integrierten Handelns steuert die Gemeinde das Netzwerk nicht als ‘führende Organisation’, sondern stellt Mittel und Rahmenbedingungen bereit, um Eigeninitiative zu fördern. Wir stellen fest, dass die Art und Weise, wie die Gemeinde dies steuert, noch einiger Aufmerksamkeit bedarf. Dabei fällt auf, dass zwischen den Netzwerkpartnern ein Spannungsfeld besteht. Einerseits besteht der Wunsch nach mehr Orientierung, Steuerung und Halt (u. a. eine klare Vision, mehr strukturelle Lösungen, Förderung der Netzwerkzusammenarbeit, Steuerung der Beschaffung und weniger Anbieter). Andererseits besteht der Wunsch nach mehr professionellem Spielraum, um das zu tun, was notwendig ist. So zeigt sich, dass die Vorschriften rund um die Beschaffung nicht immer dazu beitragen, im Interesse des Kindes bzw. der Familie zu handeln. Darüber hinaus stellen wir fest, dass die Qualität des Angebots und deren Überwachung ein Schwerpunkt sind, wobei es vor allem darum zu gehen scheint, die Qualität des Angebots der großen Anzahl wechselnder Anbieter beurteilen zu können.
Das integrierte Arbeiten im Jugendbereich befindet sich in der Entwicklung. Die Bedeutung und die Ziele des integrierten Arbeitens werden von den Netzwerkpartnern anerkannt und gewürdigt. Gleichzeitig herrscht noch große Unklarheit darüber, was integriertes Arbeiten eigentlich ist, wie es in der Praxis umgesetzt werden soll (Arbeiten mit einem Plan, Zeit, Aufmerksamkeit) und wie genau es den Bürgern zugutekommt. So gibt es noch wenig Einblick in die verschiedenen Maßnahmen und deren Wirksamkeit. Auch die Sichtbarkeit des integrierten Ansatzes im Jugendbereich sowie der Austausch von Praktiken und Erfolgen sind ein Schwerpunkt.
Der Themennachmittag macht deutlich, dass die Leitlinien zum integralen Arbeiten positiv bewertet werden und dass die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten neue Impulse erhalten hat. Gleichzeitig sehen die Beteiligten noch Raum für Wachstum und Weiterentwicklung. Neben der Vision stellen wir fest, dass das integrale Arbeiten im Jugendbereich mehr Tragkraft (Zeit, Aufmerksamkeit, Mittel, Wissen und Fachkompetenz der Gemeinde und/oder des Versorgungsnetzwerks), Rückhalt (positive Einstellung gegenüber dem Umsetzungsprozess, Einbindung in die Weiterentwicklung) sowie Tatkraft (das tun, was funktioniert, Entschlossenheit, weniger „Stepped Care“, Kreativität und Mut) seitens der Kommunen und anderer beteiligter Netzwerkpartner. Es ist daher ratsam, in der kommenden Zeit zu untersuchen, welche (zusätzlichen) Aktivitäten von und zwischen den Partnern erforderlich sind, um das integrierte Arbeiten zu stärken und zu sichern. Neben der Untersuchung von Laura Notenboom zu fördernden und hemmenden Faktoren beim integrierten Arbeiten wurden während des Themennachmittags des Beirats für den Sozialbereich Empfehlungen und Schwerpunkte gesammelt, die als Inspiration für die Stärkung und Sicherung des integrierten Arbeitens im Jugendbereich dienen können.
Empfehlungen
· Setzen Sie einen unabhängigen Impulsgeber ein, um unter anderem die Struktur des Netzwerks zu stärken, die Netzwerkteilnehmer zum Austausch von Wissen und Erfahrungen anzuregen und zu unterstützen sowie auf mögliche Engpässe vorausschauend zu reagieren.
· Erstellen Sie eine Übersicht über die bestehenden Netzwerkverbindungen (wer ist für was zuständig, wer übernimmt welche Aufgaben) sowie über die verschiedenen Formen der (präventiven) Unterstützung durch verschiedene Akteure und aktualisieren Sie diese Übersicht regelmäßig.
· Verwenden Sie ein strukturiertes Bewertungsinstrument, um sich ein genaueres Bild vom Fortschritt und den Prozessen im Zusammenhang mit dem integrierten Arbeiten zu verschaffen.
· Organisieren Sie mehr und häufigere Treffen für die Kernpartner zu einem bestimmten Thema, um den Wissensaustausch zu fördern und aufrechtzuerhalten. Neben dem Austausch von Inspiration und guten Beispielen ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, wie Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen in der Praxis umgesetzt werden können. Das gibt den Partnern konkrete Anhaltspunkte und die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren, anzuwenden und daraus zu lernen. Das Thementreffen macht deutlich, dass es unter anderem wünschenswert ist, Wissen und Handlungsansätze auszutauschen, um die Datenschutzbedenken beim Datenaustausch zwischen den Partnern zu überwinden.
Schwerpunkte für die Zukunft
· Machen Sie als Gemeinde deutlich, was unter „integralem Arbeiten“ zu verstehen ist, und verknüpfen Sie dies mit der zugrunde liegenden Vision. Legen Sie weiterhin Wert darauf, das integrierte Arbeiten sichtbar zu machen, damit die Ziele und die Vorgehensweise des integrierten Arbeitens bei den Netzwerkpartnern bekannt werden und bleiben. Dies betrifft nicht nur die Kommunikation über Ziele und Vorgaben, sondern auch über den Prozess der Politikgestaltung und den Umsetzungsprozess.
· Besprechen Sie regelmäßig die gegenseitigen Erwartungen und Wünsche, um einen Einblick in das Spannungsfeld zu gewinnen, das bei den Fachkräften zwischen dem Wunsch nach Freiheit einerseits und dem Bedürfnis nach Orientierung andererseits besteht. Was brauchen Fachkräfte und Organisationen von der Gemeinde? Aber auch: Welche Unterstützung kann die Gemeinde den Organisationen bieten und was erwartet die Gemeinde von den Organisationen und Fachkräften? Welche Formen der Unterstützung sind denkbar? Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der jeweils anderen Seite, damit sich die Parteien besser verstehen und die Bedürfnisse, Wünsche und Probleme aller Beteiligten deutlicher werden.
· Besprechen Sie gemeinsam, welche konkreten Maßnahmen erforderlich und möglich sind, um einen kohärenteren Ansatz in den verschiedenen Lebensbereichen zu erreichen, mit denen Kinder und Jugendliche zu kämpfen haben (z. B. durch die Einbeziehung einer Stärken-Schwächen-Analyse in die Umsetzungspläne). Konzentrieren Sie sich zunächst auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen und prüfen Sie erst danach, was auf organisatorischer Ebene geschehen muss, um mehr Kohärenz im Plan und im Angebot zu schaffen (z. B. Beseitigung und Verhinderung bürokratischer Abschottung, Abstimmung von Prozessen, Arbeitsweisen und Fachwissen, Auswirkungen auf die Beschaffung).
Wir stellen fest, dass sich verschiedene Akteure bemühen, das integrierte Arbeiten zum Erfolg zu führen, dass aber auch die Politikgestaltung und -umsetzung weiterhin Aufmerksamkeit erfordern. Angesichts der Entwicklungen im Jugendbereich bietet das integrierte Arbeiten sowohl Chancen als auch die Dringlichkeit, gemeinsam und entschlossen die Ziele im Hinblick auf die (präventive) Unterstützung für Jugendliche zu verwirklichen. Das integrierte Arbeiten ist daher mehr denn je eine Angelegenheit, die uns alle angeht.
Sollten Sie im Zusammenhang mit diesem Schreiben noch Fragen oder Anmerkungen haben, stehen wir Ihnen gerne für ein Gespräch zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Hans Wesselink
Vorsitzender des Beirats für den Sozialbereich in Apeldoorn
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