Entstehungsgeschichte des Apeldoorn-Kanals
Der Kanal-König
In den 19er Jahrene Im 19. Jahrhundert wurden in den Niederlanden dank König Wilhelm I. (1815–1840) viele Kanäle gegraben. Er hielt es für wichtig, dass die Niederlande über gute Verkehrsverbindungen verfügten, um die Entwicklung und die Wirtschaft des Landes zu fördern. Wilhelm I. hatte daher auch zwei Spitznamen: „Der Kanalkönig“ und „König Kaufmann“. Gute Straßen gab es damals noch nicht, und der Transport auf dem Wasserweg war zu jener Zeit die kostengünstigste und schnellste Art der Beförderung. So erhielt das Dorf Apeldoorn seinen eigenen Kanal. Kannst du dir die Lastkähne schon vorstellen?
Bau des Apeldoorn-Kanals
Der König hatte sein Sommerpalast und seine Jagdgebiete in Apeldoorn. Er hoffte, dass das Dorf durch den Kanal besser erreichbar werden würde. Im Jahr 1829 wurde der nördliche Teil des Apeldoorns-Kanals ausgehoben, der sogenannte Griftkanal. Von Hand! Der Kanal verband Apeldoorn mit anderen Handelsstädten. Dadurch blühte die (Papier-)Industrie in Apeldoorn auf. Erst 30 Jahre später wurde der Kanal in Richtung Dieren verlängert – eine Strecke von 23 Kilometern. Damals hieß er Apeldoorns-Dierens-Kanal.
Das Wasser fließt
An beiden Enden mündet der Kanal in die IJssel. Es war eine ziemliche Herausforderung, genügend Wasser im Kanal zu halten. Durch Schleusen und Undichtigkeiten floss ständig Wasser ab. Daher konnten hier nicht immer Schiffe fahren. Es wurden Brunnen gegraben, die Grundwasser zuführten, um den Wasserstand des Kanals aufrechtzuerhalten. Erst vier Jahre nach Fertigstellung des Kanals kam Das erste Dampfschiff, das über den Kanal nach Apeldoorn einlief: die “Apeldoorn I” der Wiepking-Reederei.
Apeldoorn wächst
Der Apeldoorns-Kanal war ausschlaggebend für die erste wirtschaftliche Entwicklung von Apeldoorn. Mit dem Bau der Eisenbahn nahm die industrielle Entwicklung in der Kanalzone weiter zu. Es entstanden große Fabrikkomplexe wie Zwitsal, Talens, die Netzfabrik Zeppelin & Co. und die Maschinenfabrik v/d Ploeg. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Apeldoorn eine der am schnellsten wachsenden Städte der Niederlande. Entlang des Kanals entstanden Gewerbegebiete: „De Vlijt“ und „Kayersdijk“.
Am östlichen Ufer des Kanaal-Zuid standen nur wenige Fabriken, darunter die Kalkbrennerei Salomons. Dadurch gab es in dieser ländlichen Gegend in den 70er Jahren Platz für den Bau des Wohnviertels De Maten.
Siehe auch: Eröffnung des Apeldoorn-Kanals
Apeldoorn und Wasser
Wasser schenkt Leben. Die Stadt Apeldoorn ist seit jeher mit dem Wasser verbunden. Die zahlreichen Quellen und Bäche speisten den Kanal. Ein großer Teil dieser Quellen floss in der Vergangenheit unterirdisch durch Abwasserrohre. In den letzten Jahren haben wir die Bäche wieder an die Oberfläche geführt, wo sie Sonnenlicht und Luft erhalten. Dadurch kann auch mehr Leben im und um das Wasser herum entstehen.
Vögel, Fische und Insekten
Das Wasser ist eine Lebensquelle für viele Tierarten. Das reicht von den kleinsten Lebewesen (Algen und Wasserflöhe) bis hin zu Insekten, großen (Raub-)Fischen und Vögeln. Entlang dieser Paddelroute kannst du einen Teil dieser Natur hautnah erleben.
Wasserqualität
Die Wasserqualität von Oberflächengewässern (Bäche, Gräben, Kanäle, Seen usw.) ist vielerorts schlecht. Nur 20% der Gewässer erreichen eine ausreichende Bewertung. Ein Großteil der Probleme ist auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Gestaltung der Gewässer zurückzuführen. Indem wir mehr Bäume am Wasser pflanzen und die Ufer “naturnah” gestalten, versuchen wir, die Wasserqualität zu verbessern. Ein naturnaher Uferbereich fällt sanft zum Wasser hin ab und bietet mehr Platz für Wasserpflanzen. Außerdem können Tiere wie Wasservögel und Amphibien so leichter ins Wasser gelangen und es wieder verlassen. Die Bäume, die wir am Ufer pflanzen, sorgen für mehr Schatten auf dem Gewässer. Durch diese Maßnahmen gibt es mehr Sauerstoff im Wasser und mehr Raum für das Leben im Wasser.
Was können Sie selbst tun, um die Wasserqualität zu verbessern? Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass der größte Teil des Regenwassers dort in den Boden versickert, wo es fällt. So muss so wenig Wasser wie möglich über die Kanalisation abgeleitet werden oder in Oberflächengewässer abfließen. Indem Sie Pflaster im Garten entfernen, tragen Sie dazu bei. Verwenden Sie bei der Gartenpflege keine Pflanzenschutzmittel. So gelangen diese auch weniger zu den Tieren und ins Grundwasser. Außerdem ist es eine gute Angewohnheit, keinen Müll auf der Straße liegen zu lassen, da dieser sonst ebenfalls ins Wasser gelangen kann. In Apeldoorn widmen wir diesem Thema besondere Aufmerksamkeit, unter anderem durch Sensibilisierungsmaßnahmen. Siehe auch die „100-Fliesen“-Kampagne.