Erhält Ihr Angehöriger oder Nachbar eine sichere Versorgung?

Das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung ist eine panische Stimme zu hören. Es ist Desi, sie wohnt in einer betreuten Wohnform. Dort fühlt sie sich nicht wohl. Aber Kritik äußern? Das traut sie sich nicht. Sie hat gesehen, was mit jemandem passiert ist, der das getan hat; der wurde weggeschickt. “Lande ich dann auf der Straße?” Zum Glück hat sie den Mut aufgebracht, die Stadtverwaltung anzurufen. Sie wird von Silvia vom Sozialmeldestelle der Stadt Apeldoorn unterstützt.

Mehr lesen

Startseite | Erhält Ihr Angehöriger oder Nachbar eine sichere Versorgung?

Helfen Sie mit, Kriminalität im Gesundheitswesen zu bekämpfen: Melden Sie verdächtige Vorfälle

Leider wird der Pflegesektor von Kriminellen als Einnahmequelle missbraucht. Dies geht zu Lasten schutzbedürftiger Menschen, die Pflege benötigen und nicht immer in der Lage sind, verdächtige Situationen zu erkennen oder zu melden. Meldungen von Familienangehörigen, Freunden oder Nachbarn sind daher sehr wichtig, um Missstände zu unterbinden. Silvia arbeitet bei der Meldestelle für soziale Angelegenheiten der Gemeinde Apeldoorn. Sie gibt uns einen Einblick in die Auswirkungen von Kriminalität und Betrug im Gesundheitswesen.

Einklemmen in einer gefährlichen Situation

“Die Meldungen, die am meisten Eindruck hinterlassen, sind die von schutzbedürftigen Einwohnern, die wirklich in einer Situation feststecken, die sich für sie unsicher anfühlt”, erzählt Silvia. “Wie zum Beispiel die Meldung von Desi, die völlig verzweifelt bei der Gemeinde angerufen hat. Über unsere allgemeine Nummer wurde sie an mich weitergeleitet. Bei weitem nicht jeder hat ein eigenes Sicherheitsnetz, auf das er zurückgreifen kann, wenn die Betreuung wegfällt. Glücklicherweise ist es mit einiger Mühe gelungen, einen anderen Platz für sie zu organisieren. Und natürlich wurde die Situation den Aufsichtsbehörden gemeldet.”

Verschiedene Arten von Missständen

Die überwiegende Mehrheit der Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, tut dies aus tiefstem Herzen und setzt sich mit großer Leidenschaft für ihre Mitmenschen ein. Gleichzeitig kommt es im Gesundheitswesen leider zu verschiedenen Formen von Kriminalität und Betrug. Dies geschieht an Orten, an denen Menschen in betreuten Wohnformen leben, aber auch bei der häuslichen Pflege. Dabei handelt es sich um Pflegeleistungen, die unter das Jugendgesetz oder das Wmo (Gesetz über soziale Unterstützung) fallen.

Silvia
“Da eine aufmerksame Nachbarin Alarm schlug, kam die Situation ans Licht.”

Aufmerksame Nachbarin

Silvia berichtet von einem Beispiel aus dem Wmo: “Wir erhielten eine Meldung über Mert, einen Mann mit geistiger Behinderung, der seit Jahren mit Unterstützung selbstständig lebte, aber keine oder kaum noch Pflege erhielt. Dank einer aufmerksamen Nachbarin, der die Sache nicht ganz geheuer war, kam dies ans Licht. Denn es kamen nämlich schon lange keine Pflegefachkräfte mehr bei ihrem Nachbarn vorbei. Es stellte sich heraus, dass der Mann den für ihn erstellten Pflegeplan auch nie gesehen hatte. Dabei ist es vorgeschrieben, dass ein Klient seinen Pflegeplan unterschreibt. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmte.” Bei den anschließenden Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Unterschrift des Mannes vom Pflegedienst gefälscht worden war.

Hilfe aufzwingen, Menschen unter Druck setzen

Das Gegenteil kommt ebenfalls vor, nämlich dass zu viel Betreuung aufgezwungen wird. “Wenn die Absichten der Menschen vor allem geldgetrieben sind, tun sie manchmal alles, um zu verhindern, dass die Betreuung eingestellt oder reduziert wird”, erzählt Silvia. “Das war zum Beispiel bei Brian der Fall, der die Betreuung unbedingt beenden und es alleine versuchen wollte. Doch während des Gesprächs am Küchentisch mit der Gemeinde über seine Indikation, bei dem sich der Betreuer ebenfalls aufdrängte, war Brian zu ängstlich, dies zur Sprache zu bringen. Denn der Betreuer wollte von einer Reduzierung nichts wissen und hatte ihn unter Druck gesetzt, die Betreuungsstunden beizubehalten. Glücklicherweise kam sein Wunsch schließlich über seine Mutter ans Licht.”

Ein Wechsel oder eine Rücksprache ist jederzeit möglich

Das Gleiche kann passieren, wenn ein Einwohner angibt, zu einem anderen Anbieter wechseln zu wollen. Oder wenn er einfach nur mitteilt, dass er bestimmte Fragen oder Bedenken mit der Gemeinde besprechen möchte. Wenn eine solche Mitteilung dazu führt, dass ein Anbieter Drohungen ausspricht und Menschen unter Druck gesetzt werden, etwas nicht zu tun, ist das ein klares Signal dafür, dass eine Situation nicht in Ordnung ist. Silvia: “Denn Menschen, die Pflege über die Gemeinde erhalten, haben immer das Recht, sich selbst an die Gemeinde zu wenden und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Dafür ist niemals die Zustimmung eines Pflegedienstleisters erforderlich.”

Sichere Gesundheitsversorgung für alle

Wer Hilfe braucht, muss sich auf eine gute Versorgung, Fachkompetenz und aufrichtige Zuwendung verlassen können. Das ist das Allerwichtigste. Außerdem kostet die Kriminalität im Gesundheitswesen die Gesellschaft auch viel Geld. Man könnte meinen, das sei Geld der öffentlichen Hand, aber jeder trägt über seine Steuern dazu bei.

“Wir haben die gesetzliche Aufgabe, die Qualität und Rechtmäßigkeit der Unterstützung zu überwachen, die die Einwohner im Rahmen des Gesetzes über soziale Unterstützung (Wmo) und des Jugendgesetzes erhalten”, erklärt Silvia.

Untersuchungen

Die Aufsichtsbehörden prüfen, ob die angebotene Pflege angemessen ist und ob alles vorschriftsmäßig abläuft. Dies geschieht beispielsweise präventiv im Rahmen von Stichproben. Darüber hinaus wird stets eine Untersuchung eingeleitet, sobald Hinweise auf Missstände bei einem Anbieter eingehen.

Die Namen in diesem Artikel wurden aus Datenschutzgründen geändert..

Meldungen helfen

Meldungen sind entscheidend, um Missstände im Gesundheitswesen aufzudecken. Manchmal kommen diese Meldungen von den Betroffenen selbst, wenn sie Anspruch auf Pflege haben und diese nicht erhalten. Oder sie haben das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Aber nicht jeder kann oder traut sich dazu. Deshalb sind Meldungen aus dem Umfeld genauso wichtig. Das kann ein Familienmitglied, ein Bekannter oder ein Nachbar bzw. eine Nachbarin sein.

Haben Sie den Verdacht, dass bei der Pflege, die Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld erhält, etwas nicht stimmt? Zögern Sie dann nicht und teilen Sie uns dies mit. Es gibt verschiedene Stellen, bei denen Sie eine Meldung machen können.

Sozialberatungsstelle der Gemeinde Apeldoorn

Diese Anlaufstelle richtet sich an alle, die sich mit den Regeln oder Verfahren im Bereich der sozialen Unterstützung schwer tun. Sie können sich auch hier melden, wenn Ihnen eine Situation – bei Ihnen selbst oder bei jemandem in Ihrem Umfeld – verdächtig erscheint. Auch wenn Sie nur Zweifel haben: Nehmen Sie auf jeden Fall Kontakt auf. Die Mitarbeiter der Meldestelle „Meldpunt Sociaal“ können Sie umfassend informieren und gemeinsam mit Ihnen besprechen, wie Sie am besten mit Ihrem Hinweis oder Ihrem Verdacht umgehen können. Es ist auch möglich, Ihren Hinweis anonym zu melden. Die Meldestelle ist per E-Mail unter meldpuntsociaal@apeldoorn.nl oder telefonisch unter der Nummer 14 055 erreichbar; fragen Sie dort nach einem Mitarbeiter der Meldestelle für Soziales.

Verbrechen anonym melden

Möchten Sie Ihren Hinweis lieber nicht an die Gemeinde, sondern an eine andere Organisation weiterleiten? Über „Meld Misdaad Anoniem“ (M.) können Sie Verdachtsfälle von Kriminalität im Gesundheitswesen melden. Rufen Sie dazu einfach die Nummer 0800-7000 an oder reichen Sie online eine Meldung auf der Website meldmisdaadanoniem.nl ein. Meldungen bei „Meld Misdaad Anoniem“ werden stets anonym behandelt und ebenfalls anonym an die zuständigen Stellen weitergeleitet.