Apeldoorn hat einen Mangel an Gewerbeflächen und prüft daher neue Standorte. Neben dem bestehenden Gewerbegebiet Ecofactorij entsteht ein neues, nachhaltiges und kreislaufwirtschaftliches Gewerbegebiet (Ecofactorij II, ca. 31 ha), das vor allem für die verarbeitende Industrie und die Logistik vorgesehen ist und sich durch eine effiziente Flächennutzung sowie eine grüne Gestaltung auszeichnet. Teil des Plans ist unter anderem der Bau einer Bahnunterführung, um eine sichere Verkehrsverbindung in Richtung N345/Zutphensestraat zu schaffen.
Dieser Beteiligungsbericht beschreibt, wie Anwohner, Nachbarn, Interessengruppen und Organisationen seit 2019 einbezogen wurden.
Chronologische Darstellung der Beteiligung
13. Juni 2019 – Informationsschreiben an Anwohner und Gewerbetreibende
- Informationen zur raumplanerischen Prüfung des Gewerbegebiets Ecofactorij II.
Juli 2020 – März 2021 Newsletter an die Anwohner des Gebiets
- Fazit der Sondierungsstudie: Der Standort bietet der Gemeinde Apeldoorn die beste Möglichkeit zur Erweiterung des Gewerbegebiets;
- Zustimmung des Gemeinderats zur weiteren Konkretisierung der Pläne.
24. Mai 2023 – Informationsveranstaltung
- Grundstückseigentümer und/oder Anwohner/Unternehmer wurden über das weitere Vorgehen nach der Verabschiedung des Ratsbeschlusses zum Entwicklungsplan informiert;
- Bei dem Treffen wurden die Gespräche am Küchentisch mit den Grundstückseigentümern in der Region angekündigt.
August/September 2023 – Gespräche am Küchentisch mit Anwohnern und Unternehmern aus der Region
- Es wurde erörtert, dass die Planung eines Gewerbegebiets zur Folge hat, dass dort kein Wohnen mehr möglich ist. Die Gemeinde teilt mit, dass sie die Grundstücke im Planungsgebiet, die sich noch nicht in ihrem Besitz befinden, erwerben wird;
- Ziel der Gespräche am Küchentisch war es, Klarheit über die Wünsche der Anwohner und Unternehmer zu gewinnen. Ein Ergebnis ist unter anderem, dass die Unternehmen in die Planung einbezogen werden möchten.
27. November 2024 – Informationsveranstaltung
- Den Informationen zufolge haben die Vorbereitungen (Änderung des Flächennutzungsplans) begonnen, und die erste Vergabe von Baugrundstücken ist voraussichtlich ab 2029 geplant;
- Informationen über Pläne, ab 2027 Tunnel unter der A1 und der A50 für den Autoverkehr zu sperren, wofür ein Verkehrsbeschluss gefasst werden muss.
- Es gehen zahlreiche Rückmeldungen ein, wonach aufgrund der geplanten Sperrung der Tunnel unter der A1 und der A50 mit Verkehrsproblemen in den Wohngebieten und auf dem Land zu rechnen sei.
20. Dezember 2024 – Rückmeldungsschreiben im Anschluss an die Informationsveranstaltung vom 27. November 2024
- In den Gesprächen am Informationsabend, über Feedback-Formulare, E-Mails und zwei Petitionen macht eine große Gruppe von Anwohnern deutlich, dass große Bedenken hinsichtlich der Folgen der Sperrung der Tunnel unter der A1 und der A50 bestehen;
- Es wird zugesagt, die Verkehrsstudie zu aktualisieren und den Plan zur Sperrung der Tunnel zu überdenken.
11. November 2025 – Informationsschreiben zum aktuellen Stand
- Eine neue Verkehrsstudie zeigt, dass die Errichtung von Ecofactorij II kaum zu mehr Verkehr auf den umliegenden Zufahrtsstraßen führt. Auch die Anbindung an die N345/Zutphensestraat kann das zusätzliche Verkehrsaufkommen gut bewältigen;
- Eine neue Verkehrsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass es keinen Grund gibt, die Tunnel unter der A1 und der A50 für den Autoverkehr zu sperren.
3. Dezember 2025 – Informationsveranstaltung
- In dem Anwohnerbrief wurde erläutert, dass es auf der Grundlage einer neuen Verkehrsstudie keinen Anlass gibt, die Tunnel unter der A1 und der A50 für den Autoverkehr zu sperren. Der Brief diente zugleich als Einladung zu einer Informationsveranstaltung, bei der die Ergebnisse der Verkehrsstudie gemeinsam erörtert werden konnten;
- Neben dem Thema Verkehr wurden bei der Versammlung Informationen zum aktuellen Stand der Dinge in Bezug auf die Änderung des Umweltplans, die Umweltgenehmigung für eine Flora- und Fauna-Maßnahme (Naturgenehmigung), die Bahnunterführung, den städtebaulichen Plan und die Planung;
- Spezifischere Fragen wurden von Fachexperten beantwortet;
- Die Entscheidung, die Tunnel unter den Autobahnen A1 und A50 nicht zu sperren, hat viel Unruhe und Besorgnis zerstreut. Dadurch entstand mehr Raum, sich mit den anderen Teilen dieses Plans auseinanderzusetzen;
- Der Informationsbrief und die Informationsveranstaltung haben zu mehr Transparenz hinsichtlich der geänderten Verkehrsmaßnahmen, zu einer positiven Einbindung der Anwohner und Interessengruppen sowie zur Erfassung weiterer Fragen und Anknüpfungspunkte für die weitere Vorgehensweise beigetragen.
Reflexion über den durchgeführten partizipativen Prozess
Frage 1 – In welcher Weise werden Einwohner und Interessengruppen einbezogen?
Einwohner, Anwohner, Unternehmer und sonstige Interessierte:
- Informationen über Newsletter, Informationsschreiben, Veranstaltungen und Veröffentlichungen auf der Website
- Konsultation im Rahmen von Versammlungen und durch individuelle Gespräche am Küchentisch mit Anwohnern, Grundstückseigentümern und Unternehmern.
Frage 2 – Wie wurde der Beschluss zur Bürgerbeteiligung umgesetzt?
Die Beteiligung steht im Einklang mit Kapitel 4.2 des Papiers „Beteiligung und Beteiligungsregeln im Rahmen des Umweltgesetzes“ und damit auch mit der Verordnung zur Beteiligung in Apeldoorn 2022. Die Betroffenen wurden rechtzeitig einbezogen, es wurde transparent kommuniziert, und sowohl Anwohner als auch Organisationen und Marktteilnehmer hatten vor der formellen Beschlussfassung Mitspracherecht und Einfluss. Die gesammelten Bedenken und Ideen wurden bei der weiteren Ausarbeitung des Plans berücksichtigt.
Damit steht das Verfahren im Einklang mit den Verpflichtungen zur Anwendung der Bürgerbeteiligung bei Raumordnungs- und Genehmigungsverfahren.
Frage 3 – Welche Auswirkungen hatte die Beteiligung, und war sie wirksam?
Einblick in die Interessen und Bedürfnisse von Unternehmen in Bezug auf Aufenthaltsqualität und verkehrsberuhigte Bereiche.
- Vor der Ausarbeitung des städtebaulichen Konzepts fanden Gespräche mit der Parkmanagementorganisation Ecofactorij statt. Auf dem bestehenden Gewerbegebiet wurde den gemeinschaftlichen/öffentlichen Grünflächen sowie den Rad- und Wanderwegen deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Es wurde nachdrücklich dafür plädiert, dies im Plan für den Erweiterungsteil stärker zu berücksichtigen. Dies ist auch geschehen.
Einblick in die Bedenken der Anwohner hinsichtlich der Sperrung der Tunnel.
- Anwohner, Anrainer und Unternehmer forderten nachdrücklich, den Plan zur Sperrung der Tunnel erneut zu prüfen; dies führte zu zusätzlichen Untersuchungen, aus denen hervorging, dass unter anderem auf der Grundlage aktualisierter Verkehrsdaten kein Anlass besteht, die Tunnel für den Autoverkehr zu sperren.
Die Vorstellung des städtebaulichen Plans und der Maßnahmen zum Schutz von Flora und Fauna hat zahlreiche positive Reaktionen hervorgerufen, da deutlich wurde, dass bei der Gestaltung der Ecofactorij II sorgfältig auf die Natur und die Begrünung geachtet wird.
Es wurden zahlreiche Fragen und Anmerkungen gesammelt, die bei den nächsten Schritten zur Entwicklung des Gewerbegebiets berücksichtigt werden können.
Zeitleiste auf einen Blick
| Datum/Zeitraum |
Aktivität |
| 13. Juni 2019 |
Informationsschreiben an Anwohner/Unternehmer |
| Juli 2020 – März 2021 |
Newsletter an die Anwohner der Region |
| 24. Mai 2023 |
Informationsveranstaltung |
| August/September 2023 |
Gespräche am Küchentisch zwischen Anwohnern und Unternehmern aus der Region |
| 9. Mai 2025 |
Tag der offenen Tür zur archäologischen Steinzeitforschung |
| 27. November 2024 |
Informationsveranstaltung |
| 20. Dezember 2024 |
Schreiben mit Rückmeldung zur Informationsveranstaltung am 27. November 2024 |
| 11. November 2025 |
Informationsschreiben zum aktuellen Stand |
| 3. Dezember 2025 |
Informationsveranstaltung |
| Mitte 2026 und darüber hinaus |
Fortsetzung der Bürgerbeteiligung mit Schwerpunkt auf der Information, unter anderem im Zusammenhang mit der öffentlichen Auslegung des Entwurfs zur Änderung des Raumordnungsplans, dem Bau der Bahnunterführung, dem Beginn der Grundstücksvergabe usw. |